Die Führungsautorität der “Neuen Autorität” in der Presse

Führungsautorität im 21. Jahrhundert

Mit dem Buch »Mit neuer Autorität in Führung« ist erstmals ein konkretes Modell vorgelegt worden, welches die Frage beantwortet: wie können Führungskräfte heute und erst recht in der Zukunft Autorität entwickeln, die von Mitarbeitenden akzeptiert wird und dem Unternehmen nutzt.

Seit der Veröffentlichung des Buchs im Juli 2015 greifen immer mehr Journalisten bzw. Medien das Thema Führungsautorität auf.

Mit Neuer Autorität in Führung in der Presse

Lesen Sie hier eine Auswahl von Interviews und Artikeln rund um das Buch »Mit neuer Autorität in Führung«.

Beispiel VW: Wiedergutmachung als Element Neuer Autorität in der Führung

Mach’s bitte wieder gut, VW

VW hat durch die Software-Manipulation betrogen und dadurch offenbar eine Straftat begangen. Um das wieder gutzumachen, müssen die Wolfsburger einiges tun – mehr als bislang.

Mein Kommentar zum VW-Skandal mit dem Blick der Neuen Autorität in der Führung bei Springer für Professionals.

Die sieben Elemente der Neuen Autorität in der Führung

Wiedergutmachung ist eines von sieben Elementen der Neuen Autorität in der Führung, die in der Wechselwirkung mit den anderen Elementen eine neue Führungsautorität ermöglichen.

Nur alle sieben Elemente zusammen bewirkten die Neue Autorität in der Führung

  • Präsenz
  • Selbstführung
  • Führungskoalition
  • Wiedergutmachung
  • Transparenz
  • Beharrlichkeit und Deeskalation
  • Reflexion

 

Diskussions- und Entscheidungskultur bei Premium Cola

Nachdem ich in meinem Buch in Kapitel 6 “In Zukunft führen” auf Seite 137 geschrieben hatte “Wenn sich die Macher von Premium-Cola zusammenfinden, gleichen die Meetings einem Studententreffen. In dem selbst ernannten Kollektiv wird alles so lange offen und heftig diskutiert, bis alle im Boot sind.”, erreichte mich folgender Tweet von Uwe Lübbermann, dem zentralen Moderator des Kollektivs:
Tweet

Nun hatte ich mir schon selbst auferlegt, gut und exakt zu recherchieren (und auch die Lektoren hatten mich dazu “stark motiviert” …) und dann so ein Tweet. Mein erster Gedanke: Mist, da ist dir etwas durchgerutscht. Und gleichzeitig das Gefühl der Erleichterung, im Zeitalter von digitaler, vernetzter Kommunikation zu leben.

Was lag näher, als das Super-Angebot auf Dialog anzunehmen? Nichts.
Also, den Kontakt erwidert. Nach einer Mail wurde deutlich, dass ich für meinen Text zu Premium Cola als Sekundärquelle den Film “Film Augenhöhe” genutzt habe. O.k. soweit, war mir klar. Doch jeder der sich mit Quellenarbeit beschäftigt weiß: Sekundärquellen sind “heiß”, weil sie schon gefiltert sind und damit immer nur Ausschnitte darstellen. So war es auch bei meinem Text. (Nun könnte ich einen ellenlangen Text schreiben, welche guten Gründe ich hatte, auf eine Sekundärquelle auszuweichen … geschenkt.)

Das, was ich geschrieben hatte ist nicht falsch, so Uwe Lübbermann in einer Mail an mich, aber auch nicht ganz (vollständig) richtig. Eben wegen des Ausschnitts im Film, der nur einen Ausschnitt zeigt (Stichwort: Sekundärquelle). Ein weiteres Angebot von ihm auf vertieften Dialog per Telefon, habe ich gerne angenommen.

In unserem Telefonat, was nahezu zwei Stunden dauerte, konnte Uwe Lübbermann (Primärquelle) mir einen tieferen Einblick geben, wie die Szene im Film zu erklären war, in dem er eingeblendet hat, was durch den Schnitt, die fehlende Historie und den fehlenden Kontext ausgeblendet wurde.

Richtig ist …

  • es wird bei Premium Cola so lange diskutiert, bis eine Entscheidung einstimmig getroffen ist (Konsens) – so war der Ausschnitt auch im Film. Der Ausschnitt zeigt ein Offline-Treffen, wo unter anderem auch Entscheidungen getroffen werden.

Auch richtig ist (der größere Ausschnitt) …

  • Offline-Treffen (wie im Film zu sehen), dauern in der Regel zweieinhalb Tage und finden nur zwei Mal pro Jahr statt. An den Orten, wo sich jemand aus dem Kollektiv zur Organisation der Treffen bereit erklärt.
  • Diese im Film gezeigte Diskussions-Szene war auch Offline die einzige in zweieinhalb Tagen Treffen, die in einem Veto gipfelte. Es wurde also nicht, so könnte man die Filmszene als auch meine Aussage im Buch verstehen, zweieinhalb Tage durch permanente Vetos eskalierend durchdiskutiert.
  • In dieser Szene gab es auch noch die Besonderheit, dass der diskutierfreudige Kollektivist das erst Mal bei einem Offline Treffen mitgewirkt hat. Uwe Lübbermann war während dieser Diskussion auch nicht im Raum anwesend.
  • Eine Herausforderung ist es aber schon, so Uwe Lübbermann, dass bei den Diskussionen unterschiedliche Entwicklungsgrade bei Kollektivisten zusammen kommen, wie man konstruktiv mit einer konsensualen Diskussionskultur zielorientiert umgeht. Denn ein Veto stoppt erst einmal alles. Das zeigte sich ja in Ansätzen auch in der Filmszene.
  • Diskutiert, im Sinne des Konsens, wird sonst überwiegend digital, auch im sogenannten Kernteam, was derzeit aus sechs Menschen besteht, u.a. aus der Buchhaltung. Selbstverständlich wird auch hier mal zum Hörer gegriffen, wenn es das braucht oder sich ein Mal im Jahr persönlich getroffen.
  • Digital diskutieren hat zu Beginn von Premium Cola bedeutet, über eMail-Listen zu diskutieren. Mittlerweile hat dies ein schlichtes Foren-Diskussionssystem abgelöst.
  • Wer und wie viele diskutieren und entscheiden im Konsens? Da nahezu jeder, der mit Premium einmal Kontakt hat, Kollektivist werden kann (alle Stakeholder), könnten alle mitdiskutieren. Ja, richtig gelesen: alle tausende von EndkundInnen und auch gewerbliche PartnerInnen könnten mitdiskutieren.
    Derzeit sind das rund 1.680 gewerbliche PartnerInnen und deren MitarbeiterInnen, so Uwe Lübbermann. Von diesen 1.680 Stakeholdern diskutieren auch etwa 135 Menschen tatsächlich mit (davon sind ungefähr 50 Prozent EndkundInnen und 50 Prozent gewerbliche PartnerInnen).
  • Diese etwa 135 Kollektivisten lesen die Diskussionen “aus der Ferne” mit und bringen sich hin und wieder mit Kommentaren ein, wenn es etwas zu  sagen gibt. Es gibt aber auch einen offenen “harten Kern” von etwa 20 – 30 Kollektivisten, die intensiv diskutieren. Und ja, hier wird so lange diskutiert, bis ein Konsens zu einer Entscheidung führt.
  • Bislang gab es nur zwei Ausnahmen, wo Uwe Lübbermann schnell und ohne Konsens entscheiden musste.
    • Einmal konnte sich das Kollektiv nicht auf ein Rückseitenbild des Etiketts (Kunstbild, das sichtbar wird, wenn die Flasche leer ist) einigen. Doch ohne Etiketten hätte es keine Produktion gegeben. Und ohne Produktion entsteht kein Umsatz und dadurch auch kein Beitrag zur Sicherung des Lebensunterhalts aller Beteiligten. So hat Uwe Lübbermann allein entschieden, eine Produktion komplett ohne Rückenschilder zu beauftragen, um die Produktions- und Lieferfähigkeit sicherzustellen.
    • Ein anderes Mal ging es um eine Textzeile auf den Vorderseiten der Etiketten.
  • Diese Entscheidungen wurden aber im nach hinein im Kollektiv transparent gemacht und legitimiert. Hieraus entwickelte sich ein Modus bei Premium: Der zentrale Moderator darf allein entscheiden, wenn ein Produktions- und Lieferstop droht, weil keine Entscheidung im Konsens getroffen werden konnte – zur Sicherung des Lebensunterhalts aller.

Nach unserem Telefonat meinte Uwe Lübbermann, doch einmal mein ganzes Buch lesen zu wollen.
Den Bezug zu meinem Buch und Premium Cola hatte er durch einen Hinweis von Frau Prof. Dr. Blazejewski von der Alanus Hochschule erhalten, die ich kurioserweise ein paar Wochen später auf dem Kongress Führungs-Autorität in Heidelberg als Referenten-Kollegin kennen gelernt habe. Die Welt ist klein und vernetzt …

Nachdem er das Buch gelesen hatte, ist folgender Tweet erschienen:

Natürlich sind die Kapitel 5 und 6 sehr interessant. Doch ich empfehle insbesondere Kapitel 3 “Was ist Autorität?”. Denn viele Menschen reden über Autorität, kennen aber keine (historischen) Hintergründe, die aber sehr wichtig für das Verständnis und die Haltung zu Autorität sind.
Nun, und wer dann schon dabei ist, kann auch gleich über das Lesen von Kaptitel 4 zu den von Uwe Lübbermann empfohlenen Kapiteln gelangen …

So, und jetzt, mag sich der geneigte Leser (und natürlich auch die geneigte Leserin) fragen, was sollte diese (bitte ankreuzen):

[  ] Rechtfertigung

[  ] Lobhudelei auf Premium Cola (und versteckte Werbung)

[  ] peinliche Zurschaustellung unsauberer Quellenarbeit

[  ] ________________________________________
(bitte entsprechend des eigenen Menschen- und Weltbilds ausfüllen)

[X] Erläuterung: Die Haltung der Neuen Autorität in der Führung macht Fehler transparent, damit andere Menschen diese als Lern- und Entwicklungsmöglichkeit nutzen können.
Nun ja, wer so ein Buch schreibt, sollte besser das Leben und Verkörpern, was er schreibt, sonst…
Gleichzeitig ist dieser Fall ein ganz herausragendes Beispiel dafür, wie Menschen und Organisationsformen wie Premium mit Fehlern und Transparenz umgehen, wenn dieser Umgang durch eine Haltung von Wohlwollen, Kooperation und Augenhöhe geprägt ist.

 

Und inhaltlich geht es mit dieser Erkenntnis so weiter: Ich arbeite bereits am Text für die 2. Auflage und natürlich wird daran die Textstelle um Premium Cola verbessert.

Ich freue mich sehr auf weitere Reaktionen zu meinem Buch, die ich auf dieser Autorenseite weiter transparent mache. Bitte nehmen Sie mit mir Kontakt auf.